Award Verleihung

W.I.N Award Verleihung

Die erste Preisträgerin national ist Petra Hohn, die als 1. Vorsitzende des Bundesverbandes der verwaisten Eltern in den letzten 15 Jahren Großartiges geleistet hat. Die Laudatio wird Luci van Org halten, die als Sängerin und Schauspielerin für das Thema „grenzenlos Netzwerken“ steht.

Die Sopranistin Anna Vichery aus Zürich wird den musikalischen Rahmen der Laudatio bieten.

 

Petra Hohn

Geboren am 23.11.1957 in Altenburg / Thür.
Verheiratet, wohnt in Meuselwitz / Thüringen.
Geschäftsführerin Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. mit Sitz in Leipzig

Nach dem Tod ihres einzigen Kindes (1998), schloss sie sich dem Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. an und leitete ehrenamtlich eine Selbsthilfegruppe im Altenburger Land.
Sie gab ihren Beruf als Bautechnikerin in einem Büro für Tief - und Straßenbau 2006 auf und engagierte sich in der Position der 1. Vorsitzenden und Geschäftsführerin rund um die Uhr für die Arbeit des Bundesverbandes Verwaiste Eltern une trauernde Geschwister in Deutschland e.V.
Es wurde ihre neue Lebensaufgabe eine Plattform für Familien in schwersten Lebenssituationen beim Tod eines Kindes in der Gesellschaft zu schaffen. Sie ist Trauerbegleiterin, systemische Familienberaterin und hat eine Ausbildung zum HP Psychotherapie, ist Autorin des Buches „Plötzlich ohne Kind“ erschienen 2008 beim Gütersloher Verlagshaus und Mitinitiatorin der vom Bundesfamilienministerium geförderten Studie zur internetbasierten Geschwistertrauer und arbeitet mit einem flächendeckenden Netzwerk der Hilfe für Betroffene zusammen.

11 Jahre war sie 1. Vorsitzende und 13 Jahre im Bundesvorstand tätig, am 1.10.2017 kandidierte sie zur Mitgliederversammlung nicht mehr für den Vorstand. Petra Hohn wird den neuen Vorstand und dem VEID e.V. weiterhin mit Rat und Tat als Geschäftsführerin zur Verfügung stehen.

Die Laudatorin Luci van Org

 

Bildquelle: Victor Hildebrand

Luci van Org ist seit 2006 Schirmfrau des VEID e.V. In dieser Zeit hat sie Petra Hohn nicht nur als erste Vorsitzende, sondern auch wunderbaren Menschen und ebensolche Freundin kennenlernen dürfen- und würde davon gern auch anderen erzählen.

Auch wenn Luci van Org das „Mädchen“, das sie damals bei Lucilectric besungen hat, noch immer im Herzen trägt – heute ist „Cross-Media-Künstlerin“ sicher die treffendere Bezeichnung für die quirlige Berlinerin Jahrgang 1971. Wobei die mittlerweile bereits mehrfach preisgekrönte Roman-, Drehbuch- und Theaterautorin, Illustratorin und Schauspielerin der Musik natürlich auch noch die Treue hält, zum Beispiel als weibliche Hälfte des Duos Meystersinger, Bandleaderin von Üebermutter und als Songschreiberin und Produzentin für andere Künstler. Wenn sie gerade nicht schreibt, singt, vorliest, musiziert oder illustriert, steht sie als begeisterte Schirmfrau des VEID. e.V. allen Rede und Antwort, die sich über das Thema „Verwaiste Eltern“ informieren möchten.

Wer ist der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID)?

Der Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. bietet ein Netzwerk von Hilfen an für Familien, die ein Kind verloren haben. Allein im Jahr 2016 wurden durch den Bundesverband 75 000 hilfesuchende Menschen betreut. Der Bedarf steigt ständig, denn eine Gesellschaft, die immer höhere Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Unkompliziertheit stellt, kann immer weniger die Unterstützung bieten, die von Trauernden benötigt und zunehmend gesucht wird. Deshalb kommen im Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e. V. Menschen zusammen, die, meist aus ihren eigenen leidvollen Erfahrungen heraus, anderen beistehen wollen. Hier finden sie fachliche Anleitung wie auch im persönlichen Austausch die nötige Kraft für ihre verantwortungsvolle Arbeit.
Die Mitglieder des Bundesverbandes helfen persönlich, von Mensch zu Mensch, das Unsagbare zu verarbeiten. Doch nur durch gemeinsame Organisation im Bundesverband (VEID) ist es möglich, sensible Aufklärung in der Gesellschaft zu leisten. Zum 31. 12. 2016 (Erhebungsdatum) zählt der Bundesverband insgesamt 8000 Mitglieder in den 16 Regionalstellen der Bundesländer, darunter Vereine und Selbsthilfegruppen. Durch die dort tätigen zumeist ehrenamtlichen Helfer, werden Trauernde durch individuelle Hilfen und durch vielfältige Kontakte unterstützt.

 

Wenn Kinder gestorben sind – Beistand und Hilfe für Eltern, Großeltern und Geschwister.
Etwa 20 000 Kinder und junge Erwachsene sterben jährlich. Die Statistik beachtet dabei “nur” die Sterbefälle bis zum 30. Lebensjahr. Aber das Leid der Familien ist auch jenseits dieser Grenze groß, und die Dunkelziffer wurde ebenfalls nicht berücksichtigt. Manche Kinder sterben vor der Geburt oder als Säuglinge. Das Leben anderer endet vorzeitig durch Krankheiten, Unfälle, Gewaltverbrechen oder Suizid. Zurück bleiben Mütter und Väter, Geschwister und Großeltern, Freunde und Mitschüler. Wenn der Tod zur Unzeit kommt, sind Die Betroffenen hilflos. Das gewohnte Leben ist in seinen Grundfesten erschüttert, Familien geraten aus dem Gleichgewicht und stehen langfristig in einer existenziellen Krise.
Viele Faktoren sind beim Umgang mit Trauernden zu beachten: Männer trauern anders als Frauen, Erwachsene anders als Kinder und Jugendliche. Diese Unterschiede erzeugen Enttäuschung und Unverständnis im alltäglichen Leben. Trauernde Geschwister leiden unter ihrem eigenen Verlust, vor allem aber zusätzlich unter der Trauer der Eltern. Ebenso müssen Großeltern neben dem eigenen Leid die Trauer der Kinder und Enkel verarbeiten.
Langjährige Erfahrungen der Mitglieder des Bundesverbandes Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. werden gebündelt, ausgetauscht, fließen in unzählige Kontakte und Gespräche ein. Die Mitarbeit bei Publikationen, Fachtagungen und Studien sind eine große Konstante in Politik und Gesellschaft.