Nicole Grün: Mimik zu entschlüsseln ist beinahe wie Gedanken lesen

Nicole Grün Mimik

Wer Gedanken lesen kann, der verfügt sozusagen über zauberische Fähigkeit.

Schon seit langem ist es ein Bedürfnis der Menschheit die Gedanken des Gegenübers lesen zu können, um so in dessen die Seele zu blicken.

Im Alltag wünschen wir uns oft einen Zauberstab mit dem wir schwierige Situationen „entschweren“ können, mit dem wir Konflikte verhindern können oder wenn diese bereits entstanden sind, sie schnellstmöglich zu einem positiven Ende zu bringen.

Wer die Mimik des Gegenübers nicht nur wahrnehmen, sondern auch lesen und entschlüsseln kann, ist klar im Vorteil. Denn hierin verbirgt sich eine große Fähigkeit nicht nur besonders aufmerksam, sondern auch empathisch zu sein.

In den Zeiten der medialen Vielfalt ist unsere Aufmerksamkeitsspanne stark geschrumpft. Spätestens alle 6-7 Sekunden brauchen wir einen neuen Impuls um tatsächlich bei der Sache bleiben zu können, dies ergaben Studien. Ständig gibt es neue Einflüsse die nach uns verlangen: hier poppt eine WhatsApp auf unserem Handy auf, dort läutet eine E-Mail im Posteingang und an anderer Stelle verlangt Facebook nach unserer Aufmerksamkeit.

Ständig klicken wir hin und her, werfen einen kleinen Blick in diese und in jene Nachricht, kommentieren und sind schon wieder bei der nächsten Neuigkeit.
Für unsere Wahrnehmung bedeutet dies, dass wir kaum lange fokussiert und konzentriert hinschauen können. Zudem haben wir – oder unsere Erziehung – es uns abgewöhnt, dass wir unseren Gesprächspartnern überhaupt länger ins Gesicht schauen.
Wir sollen Menschen nicht so anstarren bekommen wir als Kinder gesagt, nicht so sehr auf Besonderheiten bei anderen achten – wie vielleicht ein zuckendes Auge oder ein Bein, das nachgezogen wird. Dabei liegt doch genau hier der Schlüssel zur Zauberei!
Denn exakt das ist es worauf es ankommt: in das Gesicht der Menschen, mit denen wir zu tun haben zu schauen und Ausschau nach dem zu halten was tatsächlich ist. Was verbirgt sich hinter der Maske, die viele Menschen täglich aufsetzen, um im Alltag bestehen zu können – dem Alltag überhaupt standhalten zu können? Hinter die Maske können wir nur dann schauen, wenn wir uns trauen den Gesprächspartner quasi nicht aus den Augen zu lassen.

Warum zum Beispiel ist Sherlock Holmes ein so guter Kriminalist?
Er ist einfach ein begnadeter Beobachter! Schon in einer „Studie in Scharlachrot“ beschrieb er, dass einem Menschen der in Wahrnehmung geschult ist, nichts beim Gegenüber wirklich entgeht – sei es ein kleines Zucken im Gesicht, ein Wort oder eine Geste.

Holmes ist deshalb so gut, weil er genau mit diesen Aspekten arbeitet. Er beobachtet überaus penibel und ist sehr sensibel in seiner Wahrnehmung – auch wenn er uns manchmal wirklich verschrobenen erscheint.
Beinah alle durch Film und Fernsehen bekannten genauen Beobachter die uns ein wenig wie Zauberer vorkommen – sei es Cal Lightman in „Lie to me“ oder zum Beispiel der „Mentalist“ – arbeiten mit eben dieser Methodik: der gründlichen Beobachtung. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, das was sie sehen auch wahrzunehmen und vor allem nicht gleich bei der ersten Beobachtung laut „HAH jetzt hab‘ ich Dich“ zu schreien, sondern die einzelnen Aspekte wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Sie interpretieren Gesehenes also nicht sofort. Sie erstellen erst dann ein Gesamtbild, wenn sie einige Informationen gesammelt haben und haben „schwupps“ den Täter entlarvt. Auf die Außenwelt wirkt das, als verfügten sie über magische Kräfte.

Dass, was alle diese Krimihelden eint, ist ihre Fähigkeit konzentriert zu beobachten.
Dies lässt sich erlernen!

Was bedeutet das für Sie in Ihrem Alltag?
Natürlich ist es wichtig erst einmal die eigene Wahrnehmung zu schärfen und genau hinzusehen – dann lässt sich schon viel erkennen auch ohne dass man eine besondere Methode erlernt.

Beim wirklich genauen Hinschauen jedoch macht es Sinn sich mit der Mimik des Menschen ein wenig vertraut zu machen: wie gucken Menschen, wenn sie zum Beispiel ärgerlich sind oder sich freuen? Sind hochgezogenen Mundwinkel tatsächlich ein unverkennbares Zeichen für echt empfundene Freude? Oder gibt es da noch mehr?

Auf dem Weg vom Höhlenmenschen bis zur Neuzeit haben wir nicht wirklich viel an unseren Grundverhaltensmustern geändert – gut wir zerren uns im Regelfall nicht mehr an den Haaren in Höhle und wir tanzen auch meist nicht mehr wie verrückt um ein kleines Flämmchen und brüllen: „ICH habe Feuer gemacht!!!“ Aber unterm Strich sind unsere reaktiven Verhaltensmuster gleichgeblieben: Stellen Sie sich einmal vor Sie treten vor die Höhle (Haus). Ein sehr großes Tier mit Streifen und langen Zähnen erwartet Sie bereits. Nun setzt folgender Effekt ein, den wir uns bei unseren Beobachtungen im Alltag der Jetztzeit zunutze machen können: unser limbisches System – also unser Emotionszentrum – springt an und wir erschrecken uns heftig und kriegen es dann mit der Angst zu tun! Dies passiert in ca 500 mms!

Diese halbe Sekunde ist das Emotionszentrum schneller als unsere motorische Rinde, eine halbe Sekunde in der sich unser Gesicht ungefragt und ungefiltert mitteilt. Ein Prozess der für die erlebende Person so gut wie gar nicht steuerbar ist, denn es handelt sich hierbei um eine reaktive Abfolge im Emotionszentrum unseres Gehirns. Dieses wiederum ist mit der mimischen Muskulatur verdrahtet und gibt uns somit die Chance mit geübtem Blick wahrzunehmen was tatsächlich ist!

Diese halbe Sekunde ist das Zeitfenster, in dem wir bei genauem Hinsehen das wahre Gesicht unseres Gegenübers erkennen können. Aber wir müssen eben wissen wonach wir Ausschau halten.

Erst nach dieser Zeit setzt die Ratio ein und es wird eine bewusste Entscheidung gefällt über das was zu tun ist – im Falle des vierbeinigen Besuchers: hauen wir dem gestreiften Vieh eins auf die Nase (fight), rennen wir auf und davon (flight), oder stellen wir uns am besten gleich tot (fee)?

Die Bedrohungen mögen heutzutage anderer Art sein – unsere Reaktion bleibt immer in diesem Ablauf!

Um das Ganze anhand eines Beispiels zu verdeutlichen:
Überraschung ist eine unserer 7 Basisemotionen und wird kulturübergreifend gleich über die Mimik ausgedrückt. Das bedeutet im Klartext, dass ein Inder genauso ausschaut wie ein Franzose, wenn er überrascht guckt.

Nicole Grün Mimik

Folgendes ist beim Ausdruck der Überraschung zu berücksichtigen: Menschen schauen nicht ewige Sekunden überrascht, denn im Regelfall ist das Gefühl der Überraschung kein andauerndes, sondern vielmehr eine Art Übergangsemotion. Auf Überraschung folgt immer ein anderes Gefühl: meist Freude, Ärger oder Angst, aber auch Trauer, Ekel oder Verachtung sind möglich.
Ist dies nicht der Fall – und zwar innerhalb kürzester Zeit (1-3 Sekunden) – so können Sie sich sicher sein, dass der Gesprächspartner die Überraschung nur vortäuscht!

Augen auf und hinschauen – das ist somit der erste Trick beim Zaubern.

Im nächsten Schritt folgt die Fähigkeit das Gesehene auch einordnen zu können: also welche mimische muskuläre Bewegung gehört zu welchem Gefühlsausdruck.

Damit arbeiten Lightman, Holmes & Co! Und jetzt auch Sie!

Denn ab jetzt können Sie schon ein bisschen Gedanken lesen – zumindest, wenn es um das Vortäuschen von Überraschung geht! Das kann vor allem in Situationen mit außergewöhnlichen Impulsen oder Angeboten hilfreich sein: ist es wirklich unerwartet und neu für Ihr Gegenüber – oder tut die Person nur so? Achten Sie auf das was nach der Überraschung passiert – welche Emotion folgt?

Seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn Sie nun durch genaues Hinsehen auch Dinge entdecken, die Ihnen persönlich vielleicht nicht so gefallen – frei nach dem Motto: „Ich dachte das ist noch ein Geheimnis!“

Jetzt, plötzlich können Sie ja zaubern und in die Seele Ihres Gegenübers blicken und nicht immer ist diese Wahrheit leicht zu verdauen. Daher ist der Umgang mit der neu gewonnenen Erkenntnis immens wichtig: schlussfolgern Sie nicht sofort und ungefiltert, sondern stellen Sie Fragen um herauszufinden was genau der Unter- und Hintergrund dessen ist was Sie wahrnehmen.

So entsteht Empathie und eine empathische Gesprächskultur „entstresst“ das Miteinander und beugt vielen Konflikten vor! Weniger Konflikte und weniger Stress im Alltag tragen dann wiederum sorge dafür, dass Sie sie sich selbst weniger Energie rauben und somit auch auf sich und Ihre Gesundheit achten.

Der Workshop „Mimik zu entschlüsseln ist beinahe wie Gedanken zu lesen“ führt Sie in die Welt der 7 Primäremotionen die kulturübergreifend gleich über die Mimik ausgedrückt werden: woran erkennen Sie diese genau?

Vielfältige Übungen und ein fundierter Theorieinput unterstützen Sie dabei den Mimikcode® zu knacken, um dann mit der entsprechenden emotionalen Wortvielfalt im Alltag den Emotionsherd beim Gegenüber in heißen Situationen abkühlen zu können. Denn erst dann, wenn das limbische System sich wieder beruhigt hat, sind Argumentationen und rationale Gesprächsführungen wieder möglich!
Studien haben ergeben, dass dies um so schneller geschieht, wenn die Emotion treffsicher erkannt und mit den richtigen Worten angesprochen wird. Daher besteht ein wichtiger Teil des Workshops daraus, das verbale Emotionsrepertoire zu erweitern und authentisch Resonanzaussagen bilden zu können. Der Gefühlskompass unterstützt Sie hierbei tatkräftig und gehört im Anschluss zu Ihrem Goodiebag als Transfer in den Alltag!

Melden Sie sich jetzt für meinen Workshop „Mimik zu entschlüsseln ist beinahe wie Gedanken zu lesen“ am 30.3.19 in Düsseldorf an. Dieser Tag findet direkt im Anschluss an den WIN Kongress am 29.3.19 in Düsseldorf statt!

Ich freue mich auf Sie als zukünftige Mimikscouts!

Ihre Nicole Grün

Trainerin/Coach/Vortragsrednerin
Landesschau SWR
Besuchen Sie unsere Webpräsenz:
www.Engel-für-Mimikerkennung.de